
Intensivpädagogische Familienhilfe ( IPFH )
Die Intensivpädagogische Familienhilfe (IPFH) ist eine eigenständige Hilfeform, die in der Regel über einen Zeitraum von sechs Monaten durchgeführt und bei Bedarf verlängert werden kann. Sie kombiniert stationäre und ambulante Hilfeelemente, um Familien intensiv zu begleiten und nachhaltig zu stärken.
Während der stationären Phase leben die Familien in der Einrichtung und werden engmaschig bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben, Erziehungsfragen sowie familiären Konflikten und Krisen unterstützt. Gleichzeitig können Schule, Ausbildung oder Beruf weiterhin wahrgenommen werden. Auf Grundlage der individuellen Bedarfe wird gemeinsam mit der Familie ein passgenaues Unterstützungsprogramm entwickelt und eingeübt.
In der anschließenden ambulanten Phase werden die erarbeiteten Inhalte in das häusliche Umfeld übertragen und im Alltag gefestigt. Ziel der IPFH ist es, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken, die Selbsthilfepotenziale der Familie zu fördern und ein eigenständiges Familienleben zu ermöglichen. Dadurch soll das familiäre Zusammenleben langfristig stabilisiert und eine Fremdunterbringung der Kinder und Jugendlichen vermieden werden.
Die IPFH umfasst verbindliche Kernleistungen für alle Familien sowie individuelle Angebote, die sich an den jeweiligen Ressourcen, Bedarfen und Hilfezielen orientieren. Der geschützte Rahmen der Maßnahme ermöglicht es den Familien, neue Verhaltensweisen und Lösungsstrategien zu erproben und nachhaltig in ihren Alltag zu integrieren.